“Um die Ecke hat ein neuer Italiener aufgemacht.” Und – wie reagiert Ihr auf so eine Neuigkeit? Gleich mal im Kalender nachgucken, wann man hin könnte? Oder resigniert die Schultern zucken? Mit Kindern essen gehen, macht Ihr das? Oder habt Ihr das auch aufgegeben, wie die meisten Eltern?
Ich find ja, dass das durchaus möglich ist: Essen gehen, so dass sowohl die Großen als auch die Kleinen was davon haben. Hier mal ein paar Tipps, wie es funktionieren kann:
1:: Üben
Einfach mal zu Hause Restaurant spielen. Einer ist Ober, einer ist Gast. Auf den Tisch kommt ein großes Tuch und auf Puppengeschirr werden kleine Köstlichkeiten serviert. Wie funktioniert das mit dem Bestellen und wo kommt das Essen eigentlich her? Macht Spass und die Kinder wissen schon mal, dass man im Restaurant auch mal warten muss und warum das so ist. Und Ihr könnt schon vorab ein paar unumstößliche Regeln festlegen (“es wird nicht gerannt, nicht gepupst und nicht gerülpst”
)
2:: Das richtige Restaurant auswählen
Ich finde auch mit Kindern muss man nicht nur bei MacDonalds oder Ikea “essen” gehen. Aber natürlich bietet sich ein Sternerestaurant auch nicht so richtig an. Ich finde ja, bei Restaurants bestätigen sich im positiven Sinne die Klischees und Italiener oder Spanier sind einfach am kinderliebsten. Hochstühle, Kinderportionen und Kellner, die lachend den verschütteten Apfelsaft aufwischen, sowas findet man bei Südländern einfach häufiger. Isso. Wenn es dann noch warm genug ist und das Restaurant auch Tische draußen anbietet – perfekt!
3:: Die richtige Tageszeit
Müde Kinder und ein Restaurantbesuch = keine gute Mischung. Das Quengelrisiko ist mit munteren Kindern wesentlich geringer. Also lieber mal den Mittagstisch ausprobieren oder am frühen Abend essen gehen, wenn die Kinder noch fit und die Restaurants meistens noch etwas leerer sind.
4:: Kreativ sein beim Essen bestellen
Ja, ich weiß, das ist total subjektiv und wir haben hier zu Hause auch gerade einen kleinen Grünverweigerer. Aber muss es immer Pommes und Fischstäbchen sein? Eine halbe Portion Pasta (vielleicht mal nicht Bolognese
), Fischfilet mit Gemüse und Nudeln, eine kleine Portion Risotto, das kann auch Kindern schmecken. Einfach mal fragen ob man verschieden Teile der Gerichte auf der Karte mischen kann, geht meistens, einfach mal probieren! So wird ein Restaurantbesuch auch geschmacklich zu etwas besonderem.
5:: Das richtige Spielzeug mitnehmen
Ein Fußball gehört nicht ins Restaurant. So viel ist klar. Anderseits finde ich es auch ganz furchtbar zu sehen, dass Kinder immer öfter vor ihrem Gameboy (sorry, ich werde alt, wie heißen denn die Dinger heutzutage, Ihr wisst schon was ich meine
) sitzen und daddeln. Ja dadurch sind sie ruhig, und mal ist das ja vielleicht ok, aber gemeinsam essen sollte doch immer auch ein gemeinsames Familienerlebnis sein, egal ob zu Hause oder im Restaurant. Also lieber passendes Spielzeug mitnehmen. Buntstifte und ein Block/ein Malbuch gehen immer. Bei uns tun Stecksteine wahre Wunder. Sie sind klein genug, dass sie ohne weiteres in die Tasche passen und bieten Potential für viele Minuten Abwechslung. Auch schön, Magnetspiele zum Formen- und Bilderlegen, ein kleines Bilderbuch, ein Karten- oder Fädelspiel, es gibt viele Möglichkeiten die Wartezeit zu überbrücken.
6:: Regeln brechen
Ein Restaurantbesuch soll etwas besonders sein. Also ist das große Eis als Nachtisch ok und der zweite Keks vom Kellner auch. Wir Großen schlagen ja auch manchmal über die Stränge.
7:: Dranbleiben!
Nein, es wird kein romatisches Candle Light Dinner, dafür organsiert Ihr Euch lieber einen Babysitter und geht zu zweit essen. Ja, es wird mal was runterfallen, ja es wird mal Gequengel geben und ja, wahrscheinlich verlasst Ihr auch mal entnervt und hungrig ein Lokal. Aber das sollte kein Grund sein aufzugeben. Beim Essen gehen gibt’s auch einen Trainingseffekt, je öfter Ihr es macht um so besser wird es klappen!
Also – gleich mal nachschauen, ob der neue Italiener um die Ecke eine Mittagskarte hat, Spielzeugtasche packen und auf geht’s – guten Appetit!






Vielen Dank für die Tipps.. die werde ich beizeiten auch mal berücksichtigen… aber das dauert ja noch ein paar Jährchen…
Mir get es so, wenn ich abends essen gehe.. man sieht keine Kinder mehr und das finde ich schade… ich erinnere mich sehr gut daran, das meine Eltern mich überall mit hingenommen haben.. ob Italiener um die Ecke oder 4 Sterne.. und ich fand es ganz schön – immer.. kein geqängel und kein Tamtam… warum ist das heute so selten geworden!!?
Liebste Grüsse und hab einen wunderbaren Tag!
Clara
Wir nehmen unsere auch überall hin mit!
Find ich total schön, dass Du noch so gute Erinnerungen an Eure Restaurantbesuch hast! Ganz liebe Grüße zurück, hoffe Ihr habt in HH auch ein wenig Sonne!
Ja.. Sonne ist so mittelmässig da.. radel gleich mal mit Aprikosenkuchen ins Büro… ich finde Mittags anfangen ne super Idee heute
Liebe Clara,
das kann ich Dir sagen, weil das drumherum nicht mehr stimmt, wenn ich Dir erzähle, was ich mir schon alles anhören musste, da vergeht es Dir und ich bin eine zeitlang nur noch genervt gewesen von Leuten ohne Kinder, die kein Verständnis für mich und meine Kinder hatten. Mittlerweile steh ich dadrüber, aber das hat mich viel Kraft gekostet! Die Welt ist einfach nicht mehr kinderfreundlich. Kinder sind zum Statussymbol geworden aber nicht zum “Familienmitglied” und schon gar nicht “gesellschaftsfähig”
Schön aber, dass Du das anders siehst
Liebe Grüße
martina.
Ich bestelle für unsere Kleine (2 Jahre) das Essen immer gleich als erstes mit den Getränken und sage, sie sollen es gleich bringen. Da sie stundenlang essen kann
, funktioniert das prima, meist isst sie noch, wenn wir unser Essen bekommen. Den Rest tun Papier und Malstifte.
Liebe Grüße Karin
Jaaaa, das ist auch wichtig! Das Essen der Kinder muss sofort kommen, also mit den eventuellen Vorspeisen der Erwachsenen, sonst klappt das bei uns auch gar nicht! Liebe Grüße! Melanie
Da hast Du aber einen schönen Artikel geschrieben und mit allen Punkten hast Du wirklich recht. Ich finde es auch wichtig, dass man mit Kindern in Restaurants gehen kann und das muss man einfach auch ein wenig üben und ausprobieren. Da ich ja das halbe Jahr in Italien lebe und wir dort keinen Babysitter haben, nehme ich die Kids einfach immer und überall mit, da ist es ganz normal und Kinder gehören einfach dazu. Das mache ich aber eigentlich auch in Deutschland, allerdings wird man abends dann schon manchmal ein wenig schräg angeschaut
Viel Spass und buon appetito beim neuen Italiener!
limone
Liebe Melanie,
was für ein toller Artikel!!!
Du sprichst mir so aus der Seele. Das wirkliche A und O ist das Training, ich merke einfach, dass es leichter wird, je häufiger man es macht. Wobei ich gestehen muss, dass ich mit meinen Kids zwischen 1 und 3 nie essen war, das war mir zu anstrengend. Aber es ist auch so, dass es einfach toll ist, wenn man ein gemütliches Event macht. Dabei sind mir so viele Ideen gekommen, dass es mehr Restaurants mit bemalbaren Tischdenken, z.B. geben müsste
Wir nehmen auch immer gerne Pixibücher mit, das ist immer gut oder ein kleines Malbuch! Uno haben wir auch schon gespielt und im letzten Urlaub wurde so lange gekniffelt, dass allesamt nicht gemerkt haben, dass wir fast ne halbe Stunde auf den ersten Gang gewartet haben
Nochmal, ein toller Artikel, es hat sehr viel Spaß gemacht ihn zu lesen!
Ganz liebe Grüße
Martina.
Danke liebe Martina! Ja, essen gehen muss man echt üben. Bei KleinN klappt das schon sehr gut, beim Kleinen Bruder sind wir noch im Trainingslager
aber wie hab ich geschrieben: dran bleiben! Ganz liebe Grüße!!! PS: Ah Kniffeln, ab wann können die Kids das denn so ungefähr? Ich kann mich erinnern, dass ich das mit meiner Freundin früher auch bis zum Umfallen gespielt habe!!!
Also wie haben es erst dieses Jahr begonnen!
Habe aber mit einen von mir kreiierten Kinderkniffel angefangen! Also nur oben, dann plus pasche und Straßen und Kniffel usw
Aber unser Grosser ist jetzt sieben!
Ich würde sagen, wenn sie Zahlen anfangen zu begreifen! Also mit Schulbeginn! Dann macht es Spass!
Die Kleine lassen wir immer für einen Erwachsenen würfeln! Auch sehr lustig, da bebt der ganze Körper, wenn sie den Becher schüttelt!
LG Martina
Ah, ok, ja vielleicht probieren wir das mal aus in abgespeckter Variante, ist aber wahrscheinlich noch zu früh. Danke!